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Basisinformation Teilpauschalierung Drucken
Geschrieben von: EMSENHUBER & PARTNER   

Allgemeines

Bei einem maßgebenden Einheitswert des Betriebes zwischen € 100.000,- und € 150.000,- oder im Fall der sozialversicherungsrechtlichen Beitragsgrundlagenoption oder auf Antrag auch bei einem Einheitswert unter € 100.000,- kann die Teilpauschalierung in Anspruch genommen werden. Dabei sind die Betriebseinnahmen (inkl. USt) - wie bei einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung - laufend aufzuzeichnen, die Betriebsausgaben (meist 70 %) werden pauschal abgezogen.

Bei der Teilpauschalierung ist immer von den tatsächlichen Betriebseinnamen (niemals vom Einheitswert) auszugehen (zB auch bei nur 0,3 ha Weingarten). Nicht steuerpflichtig sind Einnahmen aus der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe auf Basis der Maschinenselbstkosten laut ÖKL und Verkäufe von Altmaschinen im Zuge der Erneuerung des Maschinenparks. Gleiches gilt für Versicherungsentschädigungen für zerstörte Gebäude und Maschinen, wenn dem entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen. Besondere Einkünfte (insbesondere Nebentätigkeiten) sind wie bei der Vollpauschalierung zu erfassen.

Im Falle der Regelbesteuerung sind die Umsatzsteuererstattungen durch das Finanzamt als Betriebseinnahmen zu erfassen und abzüglich 70 % Betriebsausgabenpauschale einkommensteuerpflichtig.

Landwirtschaft und Weinbau

Von der Summe der Betriebseinnahmen inklusive USt in der Landwirtschaft kann man 70 % abziehen. Von der Summe der Betriebseinnahmen im Weinbau kann man ebenfalls 70 %, mindestens jedoch € 4.400,00/ha Weinbaufläche abziehen, sodass sich für Trauben- und Fassweinverkäufer im Regelfall kein Gewinn ergibt.

Forstwirtschaft

Von der Summe der Betriebseinnahmen inklusive USt können 50 %, 60 % und 70 % bei Selbstschlägerung sowie 20 % und 30 % bei Stockverkauf abgezogen werden.

Gartenbau

Die Betriebseinnahmen sind aufzuzeichnen. Die Betriebsausgaben können pauschal mit einem Durchschnittssatz von 70 % der Betriebseinnahmen (einschließlich Umsatzsteuer) angesetzt werden. Zusätzlich können die bezahlten Löhne und Lohnnebenkosten abgesetzt werden.

Von der Summe der Einkünfte können noch die an die Sozialversicherungsanstalt der Bauern bezahlten Sozialversicherungsbeiträge (Einschränkung ab 2006), Pachtzinse, betriebliche Schuldzinsen und Ausgedingelasten abgezogen werden.

Übergangsergebnis

Beim Wechsel von der Vollpauschalierung oder Buchführung zur Teilpauschalierung oder Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (und umgekehrt) ist per 31. Dezember ein Übergangsergebnis zu ermitteln. Für die Ermittlung des Übergangsgewinnes ist es zweckmäßig, einen Steuerberater zu kontaktieren, weil dazu eine steuerliche Bewertung von Vorräten, Mastvieh, laufenden Verbindlichkeiten und Forderungen erforderlich ist.