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Basisinformation Vollpauschalierung Drucken
Geschrieben von: EMSENHUBER & PARTNER   

Land- und Forstwirtschaft

Bei der Vollpauschalierung bis € 100.000,- Einheitswert (und unter € 400.000,- Umsatz) wird der Gewinn grundsätzlich vom Einheitswert (zuzüglich Zupachtungen) berechnet; ab 2006 werden grundsätzlich 39 % des land- und forstwirtschaftlichen Einheitswertes als Gewinn-Grundbetrag angesetzt.

Gartenbau

Für Gartenbaubetriebe, die ausschließlich ihre gärtnerischen Erzeugnisse an Wiederverkäufer liefern ("Wiederverkaufsregelung"), gibt es eine Vollpauschalierung. Diese besteht darin, dass bestimmte Quadratmetersätze (nicht der Einheitswert) zur Gewinnermittlung herangezogen werden. Die Wiederverkaufsregelung ist auch noch anzuwenden, wenn die Einnahmen aus Verkäufen an Letztverbraucher nachhaltig nicht mehr als € 1.500,- jährlich (Bagatellegrenze) betragen.

Besondere Einkünfte (zB Nebentätigkeiten, Be- und Verarbeitung, Mostbuschenschank, Prviatzimmervermietung, Milchquotenverkauf, Walderkauf, Jagdpacht, Dienstbarkeitsentschädigungen) kommen hinzu, weil mit der Vollpauschalierung nur die gewöhnlichen und regelmäßigen Wirtschaftsvorgänge abgegolten sind. Davon können ab 2006 nur mehr die an die Sozialversicherungsanstalt der Bauern bezahlten Sozialversicherungsbeiträge, Pachtzinsen, betriebliche Schuldzinsen, Ausgedingelasten und außergewöhnliche Ernteausfälle abgezogen werden, soweit sich kein Verlust ergibt.

Die Vollpauschalierung ist für den intensiv wirtschaftenden Landwirt bis zu € 100.000,- Einheitswert meist die günstigste Art der Gewinnermittlung. Es bestehen grundsätzlich keine Aufzeichnungspflichten für die pflanzliche und tierische Urproduktion (ausgenommen Forstwirtschaften über € 11.000,- EW, Weinbau über 60 Ar Weinbaufläche oder Buschenschank oder Bouteillenverkauf sowie bestimmte Gartenbaubetriebe).

Eine Überprüfung der durch die Vollpauschalierung erfassten Gewinne durch das Finanzamt ist nicht erforderlich, wohl aber von Betriebsteilen, die nicht mehr der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen sind. Die zu leistende Steuer kann im Voraus bestimmt werden. Ein über dem Durchschnitt oder auch unter dem Durchschnitt liegender Gewinn bleibt unberücksichtigt. Abschreibungen, zB für Gebäude und Inventar sowie Investitionsbegünstigungen sind durch die Gewinnprozentsätze bereits erfasst.

Ist das Betriebsführerehepaar je zur Hälfte am landwirtschaftlichen Betriebserfolg beteiligt ("angeschrieben"), so werden von den Einkünften aus der Land- und Forstwirtschaft jedem Ehepartner 50 % zugerechnet. Bei der Vollpauschalierung (sowie für die Berechnung der € 100.000,- Grenze) sind die Zupachtungen mit dem vollen eigenen Hektarsatz anzusetzen. Bei der Sozialversicherung werden hingegen bei Pachtverträgen mit Fremden nur 2/3 des Hektarsatzes des Verpächters angesetzt, weil dort die Pachtausgaben nicht abgezogen werden können.